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Der Begriff "Bitumen" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Erdpech". Bitumen gehört mit zu den ältesten Werkstoffen
dieser Welt. Bereits 6700 v. Cr. wurde Bitumen zum modellieren von Konturen an Kalkmörtelstatuen verwandt. Historische Daten belegen, dass
die ersten Bitumendächer Anfang 1900 in Kanada errichtet wurden. Holzbretter wurden in heißes Bitumen getaucht und als Dachabdichtung montiert.
Seither hat dieser Werkstoff seinen festen Platz, wenn es um das Abdichten von Dachkonstruktionen
geht. Ein Bitumendach ist allerdings pflegebedürftig. Es sollte alle zwei bis drei Jahre mit einem bitumösen Dachlack nachbehandelt werden.
Herkömmliche Bitumenbahnen (Trägereinlagen mit beidseitiger Bitumen-Deckschicht) verwittern -
auch auf Grund der veränderten Klimasituation - in unseren
Breitengraden immer schneller.
Die Bitumenindustrie hat in den letzten Jahrzehnten darauf reagiert und modifizierte Produkte
entwickelt. Moderne, mit Kunststoffe angereicherte Bitumenbahnen (Polymerbitumenbahnen, Elastomer-PYE und Plastomer-PYP) versprechen eine
längere Haltbarkeit. In wie weit diese Haltbarkeit sichergestellt ist, müssen die nächsten Jahrzehnte zeigen.
Trotz
aller Bemühungen, Bitumen im Laufe der Jahrzehnte zu optimieren, muss sich jeder Besitzer eines Bitumenflachdaches darüber im Klaren sein,
dass seine Dachabdichtung irgendwann an ihre Grenzen stößt. Insbesondere die Elastizität des Bitumens schwindet von Jahr zu Jahr.
Besonders durch ständige Temperaturschwankungen versprödet die Oberfläche und es treten kleine Risse auf. Zu Beginn dringt Regenwasser nur
in die obere Struktur des Bitumens ein. Während der nächsten Frostperiode dehnt sich die Feuchtigkeit naturgemäß aus und setzt so die
Oberfläche unter Spannung. Dadurch entstehen weitere, größere Risse, durch die immer mehr Wasser eindringen kann.
Hat die Dachbedeckung einmal ihre Klebekraft und Elastizität verloren, treten immer größere
Schäden (z.B. Dampfblasen) auf. Letztendlich dringt Wasser in den Untergrund ein und beschädigt die Baussubstanz.
Im folgenden Beispiel sehen Sie den Ablauf einer Flüssigkunststoffbeschichtung über Bitumen.
Wir haben die ideale Lösung für jedes Bitumendach!
Auf den ersten Blick machte dieses Garagendach einen guten Eindruck. Es wurde 1994 mit
herkömmlichen Bitumen-Schweißbahnen bedeckt. Im Laufe der Jahre hatten sich kleine Risse im Randbereich gebildet. Diese wurden erfolglos
mit Bitumenspachtel nachgebessert. Nachdem das eindringende Regenwasser bereits erste Schimmelbildung im Inneren der Räume verursachte,
entschied sich der Besitzer dieser Immobilie für eine Flüssigkunststoffbeschichtung.
Das Dach befand sich in einem relativ guten Zustand. Bei starken Regenfällen drang
lediglich an zwei kleinen Stellen (nicht zu lokalisieren) Wasser ein.
Die Holzkonstruktion dient als Montageplattform für Sonnenkollektoren. Da diese Kollektoren auch später wieder montiert werden
sollten, entschlossen wir uns dazu, die Trägerbalken nahtlos mit der Dachhaut zu verbinden.
Hier sehen Sie den gescheiterten Versuch einer mit Bitumenspachtel durchgeführten Ausbesserung.
Jedes Material hat seine eigenen Ausdehnungswerte. Da Metall sich bei Wärme geringer ausgeht als Bitumen, werden derartige Verbindungen
immer wieder undicht. Hier hilft nur eine dauerelastische, nahtlose Rissbrücke die fest mit beiden Materialien verbunden bleibt.
Die beschädigte Stelle wird mit einem Messer auf- bzw. aussgeschnitten, damit die darunter befindliche Feuchtigkeit verdunsten kann...
...anschließend wird die ausgetrocknete Stelle mit unserer PU-Dichtmasse aufgefüllt...
...und mit einem Spachtel verteilt. Mit einem Pinsel, der zuvor in die M.E.K.-PU-Verdünnung getaucht wurde, wird die Oberfläche
abschleißend geglättet.
Mit der PU-Dichtmasse werden auch alle weiteren Nähte bzw. Materialübergänge (um Gullys, Lüftungsrohre und Aufbauten
herum) abgedichtet und in nahezu alle 90°Winkel sollte eine sogenannte "Eckabdichtung" angelegt werden. Detaillierte
Informationen dazu finden Sie in unseren Informationsunterlagen.
Damit der Übergang zwischen Metall und Bitumen (der ständig in Bewegung ist) auch dauerhaft dicht bleibt, wird eine sogenannte
"dauerelastische" Rissbrücke erstellt. Dazu wird der für die "Dichtschicht" benötigte Flüssigkunststoff
mit einer kleinen Farbrolle, auf einer Länge von jeweils 2 - 3 Meter, über beide Materialien (Metallkante + Bitumenfläche) aufgetragen...
...und in den noch frischen Flüssigkunststoff legt man einen Gewebevliesstreifen so hinein, dass damit beide Materialbereiche überbrückt
werden. Die Gewebeoberfläche wird sofort mit Flüssigkunststoff getränkt, bis die Gewebeoberfläche vom Flüssigkunststoff glänzt. Ist dieser
bereich fertiggestellt, beginnt man mit den nächsten 2 - 3 Metern.
Auf diesem Foto sehen sie, dass auch das Traufblech, welches bis in die Regenrinne hinein ragt, mit einem Gewebevliesstreifen nahtlos mit
der Bitumendachfläche verbunden wurde. Die schmalen Gewebestreifen (in 20 oder 30 cm Breite erhältlich) lassen sich an den Problemstellen
erheblich leichter verarbeiten als eine 100 cm breite Gewebebahn. Daher empfiehlt es sich, die Dachränder und Aufbauten (z.B. Kamine,
Lüftungsrohre, Dachluken, Gullys, Wandanschlüsse usw.) immer als erstes zu bearbeiten.
Hier sehen Sie, wie der Holzbalken, welcher später als Montagesockel für die Sonnenkollektoren dienen soll, mittels Gewebevlies und
Flüssigkunststoff, nahtlos mit der Dachhaut verbunden wird. Natürlich wurde die Naht zwischen Bitumen und Balken zuvor rundherum mit
unserer PU-Dichtmasse abgedichtet.
Nachdem alle Randbereiche und Aufbauten mit PU-Dichtmasse, Gewebestreifen und Flüssigkunststoff vorbehandelt sind, wird die
Hauptdachfläche mit dem 100 cm breiten Gewebevlies in gleicher Weise beschichtet.
1.) Flüssigkunststoff auftragen
2.) Gewebevlies auflegen und mit einer Bürste glatt streichen
3.) Das Gewebevlies mit Flüssigkunststoff tränken
Anschließend lässt man die Beschichtung erst einmal 18 - 24 Stunden trocknen.
Am nächsten Tag trägt man noch einmal eine weitere Schicht Flüssigkunststoff über die gesamte Dachfläche auf.
Dadurch wird die "Dichtschicht" auf die notwendige Stärke von
ca.
3 mm gebracht und es ist sichergestellt, dass auch kleinste
Poren 100%ig geschlossen sind. Auch diese Schicht muss mind. 18 - 24 Stunden trocknen.
Der Materialeinsatz pro m² Bitumenflachdach:
1.) Die PU-Dichtmasse in Kartuschen (Die Menge ist abhängig vom Bedarf)
2.) 2,0 - 2,5 Kg Flüssigkunststoff "Dichtschicht"
3.) 1 m² Gewebevlies
4.) Die "Dichtschicht" kann mit einem farbigen PU-Kunststoff (ca. 0,3 Kg pro m²) versehen werden.

Weitere Informationen zu den einzelnen Werkstoffen finden Sie im Bereich " Unsere Produkte". Detailliert beschriebene Verarbeitungsschritte finden Sie als Download im Bereich "Informationsunterlagen". Einen direkten Link zur aktuellen Preisliste erhalten Sie in unserer Antwort-Mail (siehe "Anfrage & Bestellung").